Penisdeformation



Die Induratio penis plastica (= IPP, Morbus Peyronie).

Die Induratio penis plastica ist eine Erkrankung der Penis-Schwellkörper, die in unterschiedlichen Verläufen und Ausprägungen zu Veränderungen des Penis führen kann. Diese, teilweise schmerzhaften, Veränderungen des Penis sind z.B. Knotenbildungen, Verkrümmung des Penis oder Erektionsstörungen. Die Erkrankung kann sie sich sowohl selbst zurückbilden als auch chronisch werden und schubweise oder schnell fortschreitend entwickeln. In der Regel dauert sie mehrere Monate an.

Weitere Informationen:
Bei der IPP kommt es zu einer meist chronisch verlaufenden Vernarbung der beiden Schwellkörper im Penis, welche für die Erektion verantwortlich sind.

Mögliche Ursachen für eine Induratio penis plastica:
Die genauen Ursachen der IPP sind nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass die Erkrankung durch kleinen Verletzungen an der Haut, welche die Schwellkörper umgibt bzw. die Trennwand zwischen den beiden Schwellkörpern bildet, verursacht wird. Diese Verletzungen können beispielsweise, zunächst unbemerkt, im Rahmen des Geschlechtsverkehrs entstehen. Gleichzeitig gibt es jedoch auch immunologische und genetischen Faktoren sowie andere Erkrankungen, z.B. der Sehnenscheiden an Händen und Füssen (z.B. Morbus Dupuytren), die bei ca. 30% der Patienten mit einer IPP gehäuft beobachtet werden. Auch haben Patienten mit einem Diabetes mellitus statistisch ein erhöhtes Risiko an einer IPP zu erkranken. Aufgrund dieser Erkenntnisse gehen wir davon aus, dass es sich bei der Erkrankung um ein multifaktorielles Geschehen mit genetischen Risikofaktoren handelt.

Einige Untersuchungen legen nahe, dass ein Mangel des Hormons Testosteron die Erkrankung begünstigt. Ebenso scheinen Durchblutungsstörungen des Penis eine wichtige Rolle zu spielen, womit im weitesten Sinne auch Rauchen und Arteriosklerosefaktoren sowie ein erhöhter Cholesterinspiegel und Diabetes mellitus als Risikofaktoren zu diskutieren sind.

Symptomatik der IPP:
Die IPP kann verschiedene Formen und Ausprägungen zeigen. Einige typische Symptome sind:


  • Knotenbildung oder tastbare Verkalkungen („Plaques“) am Penis

  • Penisverkrümmung

  • Penisverkürzung

  • Erektionsstörungen

  • Schmerzen


Verlauf und Prognose:
Der Krankheitsverlauf einer IPP ist nicht sicher vorhersagbar. Während ca. 20% der Erkrankungen folgenlos ausheilt, bleiben die Einschränkungen bei einem Teil (ca. 40%) auf einem stabilen Niveau oder verschlechtern sich sogar (20% – 40%). Der gesamte Verlauf der Erkrankung erstreckt sich meistens über mehrere Monate, im Regelfall geht man von 1-3 Jahren aus. Dies bedeutet, dass der betroffene Patient sowie seine Partnerin viel Geduld haben muss.

Diagnostik:
Die Diagnostik der IPP ist primär oft recht einfach durch den Tastbefund und ggf. eine sonographische Untersuchung des Penis zu stellen. In manchen Fällen ist es hilfreich den Grad der Krümmung (sofern vorhanden) fotographisch festzuhalten, um eine Verlaufbeurteilung zu bilden und den Therapieerfolg zu messen. Eine entsprechende Dokumentation zu Hause ist daher für einen idealen Therapieverlauf notwendig. Da eine mangelhafte Schwellkörperdurchblutung und Testosteronmangel als mögliche Ursachen vermutet werden, kann die Diagnostik durch eine Abklärung der Erektion und einer Hormondiagnostik (Blutabnahme) ergänzt werden.

Therapie der IPP:
Aufgrund der verschiedenen Ursachen für die IPP gibt es zahlreiche Therapieansätze, welche sich in wissenschaftlichen Studien als erfolgreich oder zumindest erfolgversprechend erwiesen haben.

  • Ein gesichertes und von den gesetzlichen Krankenkassen anerkanntes Verfahren ist die Therapie mit dem Wirkstoff „Paraaminobenzoesäure“ (Potaba Glenwood (R)). Hierbei konnte eine Reduzierung der Knotenbildung beobachtet werden, der Einfluss auf die Verbiegung des Penis ist jedoch eher gering.


  • Andere, vor allem früher eingesetzte, Medikamente wie Cortison oder Verapamil konnten einen geringen Nutzen belegen. Gleiches gilt auch für Nahrungsergänzungpräparate oder Vitaminpräparate. Zumindest Vitamin E und L-Carnitin scheinen einen Effekt zu haben, sind jedoch nicht unumstritten. Ebenso unklar ist der Einsatz von Pentoxifyllin, welches auch bei der Therapie des Hörsturzes oft eingesetzt wird.


  • Einige weitere Medikamente sind in der Erprobung, wobei sich derzeit kein sicherer Erfolg abzuzeichnen scheint.


  • Physikalische Maßnahmen, wie Stoßwellentherapie (ESWL) oder Bestrahlungsstherapie, haben sich als wirkungslos erwiesen. Mechanische Penisstreck-Vorrichtungen haben ebenfalls kaum einen belegbaren Nutzen. Experimentell ist ebenfalls der Therapieansatz des Tapings, dessen Erfolg unterschiedlich bewertet wird.


  • Neue Therapieansätze favorisieren den Einsatz von sog. PDE5-Hemmern (z.B. Viagra (R)), welche scheinbar die Krankheitsdauer verkürzen und auch eine Verkrümmung des Penis zurückbilden können. Der Einsatz dieser Medikamente scheint daher vielversprechend zu sein. Insbesondere Cialis (R) ist aufgrund seiner langen Wirkungsdauer gut für eine längerfristige Therapie geeignet.


  • Operative Therapieansätze sind immer dann sinnvoll, wenn nach Stillstand der Erkrankung (im Regelfall nach frühestens 12 Monaten) ein therapienotwendiger Befund besteht, welcher die Lebensqualität des betroffenen Patienten einschränkt (z.B. bei einer Krümmung des Penis). Grundsätzlich gibt es verschiedene Operationsmethoden mit jeweiligen Vor- und Nachteilen. Wichtig ist jedoch bei allen Operationsmethoden, dass diese, sehr speziellen Operationen, von erfahrenen Operateuren durchgeführt werden sollten, um einen Erfolg zu erreichen. Oftmals lässt sich bei allen OP-Verfahren eine Verkürzung des Penis nach der OP um 1-2 cm kaum vermeiden.


Die Erfahrung zeigt, dass in der Regel keine Operation erforderlich ist. Gleichzeitig werden in sehr vielen Fällen bleibende Schäden wir Peniskrümmung oder Erektionsstörungen nach Abheilung der Krankheit beobachtet. Um diese Schäden zu reduzieren oder zu verhindern, ist eine frühzeitige multimodale Therapie empfehlenswert.

Eine genaue Beratung zur optimalen Therapie werden sie von Ihrem Urologen beraten. Ebenso wichtig sind eine offene und vertrauensvolle Kommunikation mit der Partnerin und die Geduld des betroffenen Patienten. Da es sich bei der IPP um eine Krankheit mit vielen möglichen Ursachen bzw. Kofaktoren handelt, sollten betroffene Patienten gleichzeitig einen umfangreichen Gesundheitscheck (Blutzucker, Cholesterin, Herzerkrankungen, Durchblutungsstörungen, Leberfunktion) durchführen lassen.

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